Risikomanagement für Trader – so gehe ich vor!

Gerade in der aktuellen Marktlage ist das richtige Risikomanagement ein entscheidender Faktor. Zu Wissen, wann man als Trader mehr, weniger oder gar kein Risiko eingeht ist extrem wichtig. Ich möchte euch heute mein Vorgehen erklären, wie ich in der aktuellen Marktphase meine Positionsgrößen und mein Risiko im Gesamtdepot berechne.

Regel Nr. 1

Befindet sich der S&P500 nicht über dem GD200 und in einem intakten Aufwärtstrend reduziere ich mein Gesamtdepotrisiko pro Long-Position auf 0,35%.

Regel Nr. 2

Ich werde vorsichtiger beim eingehen von Long-Positionen und halte eher nach Möglichkeiten des Leerverkaufs ausschau.

Regel Nr. 3

Befindet sich der S&P500 unter dem GD200 sollten möglichst gute News und erhöhtes Handelsvolumen beim Anstieg einer Aktie in einem schwachen Markt eine Rolle spielen. Nur dann denke ich über die Eröffnung einer Long-Position nach.

Regel Nr. 4

Aufgrund des geringen Gesamtdepotrisikos werde ich gezwungen Long-Positionen nur bei Chartsetups mit engem Stop zu wählen, da nur dann eine lukrative Positionsgröße möglich ist.

 

Praxisrechnung:

Depot: 100.000 Euro
Risiko in %: 0,35%
Risiko in Euro: 350 Euro

Szenario 1:

Eine Aktie (Beispiel Apple) springt aufgrund eines starken Buy-Ratings oder aufgrund guter News eines Konkurrenten an. Die Aktie konsolidiert in enger Range und ich kann mit einem 2 USD Risiko/Aktie folgen.

Rechnung:

350 USD / 2 USD = 175 Stücke
175 Stücke * Entry bei 153.92 USD = 26.936 USD Positionsgröße

Wenn ich davon ausgehe, dass die Aktie >10% in den nächsten Tagen ansteigt, dann setze ich 350 USD fixen potenziellen Verlust gegen mind. 2.693 USD potenziellen Gewinn. Dementsprechend schnell bin ich allerdings auch ausgestoppt. Das heißt man muss wirklich Wert auf die Qualität des charttechnischen Setups legen.

Szenario 2:

Eine Aktie (Beispiel Amazon) startet einen Erholungsversuch. Ohne News. Ohne markanteres Handelsvolumen. Aufgrund der charttechnischen Lage muss ich meinen Stop sehr weit weg vom Entry setzen. Nehmen wir an am Beispiel Amazon 150 Euro Risiko/Aktie.

Rechnung:

350 USD / 150 USD = 2,33 Stücke
2,33 Stücke * Entry bei 1600 USD = 3.733,33 USD Positionsgröße

Ihr seht mein Risiko wäre aufgrund des qualitativ minderwertigen charttechnischen Setups viel zu groß. Mein potenzieller Verlust liegt bei fixen 350 USD. Wenn ich von einem Anstieg >10% in den nächsten Tagen ausgehe, dann liegt mein potenzieller Gewinn bei mind. 373,33 Euro. Das stellt keine gute Gewinn-Verlust Ratio dar und würde zudem meine Regel 3 und Regel 4 verletzen.

Ich bin solange passiv im derzeitigen Markt bis sich wirklich eine Chance wie in Szenario 1 ergibt. In einem Trendfolgejahr wie 2017 kann man durchaus höheres Risiko fahren.

Ich hoffe ich konnte euch meine Vorgehensweise bezogen auf das Riskmanagement im aktuellen Marktumfeld etwas näher bringen.

 

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